Autopilot
// Für Betriebsrat & Sozialpartner

KI im Mittelstand. Mit dem Betriebsrat, nicht gegen ihn.

Wir wissen: KI-Einführung scheitert selten an der Technik und fast immer an der Frage „Wer redet mit?". Vier Versprechen, an denen wir gemessen werden wollen. Geschrieben für Betriebsräte, Gewerkschaftssekretär:innen, Personalleitungen und alle, die mit am Tisch sitzen, wenn ein Mittelständler KI einführt.

// Vier Versprechen

Was wir uns selbst auferlegen.

Nicht „mitarbeiterfreundlich" als Etikett, sondern als Position. Diese vier Sätze stehen auch im Standard-Retainer-Vertrag — nicht nur auf dieser Seite.

01

Betriebsrat ab Tag 1

In mitbestimmten Betrieben beziehen wir den Betriebsrat ab der ersten Diskussion ein — vor dem Rollout, nicht danach. § 87 BetrVG in der Praxis, kein Goodwill. Wenn der Betriebsrat nicht eingebunden wird, kommen wir nicht.

02

Keine Personen-Tracking-Mechanismen

Wir bauen keine Tools, die individuelle Mitarbeiter-Performance, Login-Zeiten oder Nutzungs-Verhalten auf Personen-Ebene tracken. Anonymisierte Team-Aggregate ja — Personen-Profile nie. Vertraglich zugesichert.

03

Wir kommen zur BR-Versammlung

Wenn der Betriebsrat unsere Methode der Belegschaft erklärt haben will — kommen wir. Persönlich, vor Ort, in einer BR-Versammlung. Beantworten die Fragen, die kommen. Auch die unbequemen.

04

Stellenabbau ist nicht der Zweck

Wir nehmen keine Mandate an, deren erklärtes Ziel Personalabbau durch KI ist. Wir arbeiten mit Mittelständlern, die ihre Belegschaft erhalten und entlasten wollen — nicht ersetzen.

// Anti-Tracking-Garantie

Was unsere Tools NIE über deine Belegschaft erfassen.

Konkret. Die fünf Punkte sind so im Standard-Retainer-Vertrag und im AVV-Anhang B. Wer sie umgehen will, bekommt von uns keinen Vertrag.

  • Keine individuellen Performance-Profile Wir messen nicht „wer ist wie produktiv mit KI". Die Frage stellt sich nicht.
  • Keine Tour- oder Standort-Tracking Wir loggen nicht, wo wann jemand das Tool benutzt hat. Außendienst-Mitarbeitende sind nicht überwachbar.
  • Keine Bildschirm- oder Tastatur-Erfassung Klassische „Workplace-Surveillance"-Mechanismen sind in unseren Systemen technisch nicht vorgesehen.
  • Keine personenbezogene Nutzungs-Statistik im Reporting Quartals-Reports zeigen Team-Aggregate. Wer wie oft klickt, ist nicht Teil unserer Berichterstattung.
  • Keine Weitergabe von Verhaltens-Daten an Dritte Auch nicht anonymisiert in Verbund-Studien. Mitarbeiter-Verhaltensdaten sind kein Asset für uns.
// Die Job-Frage

Stellenabbau ist nicht der Zweck. Hier ist warum.

Die häufigste Frage, die wir aus Belegschaften hören, ist: „Macht das uns überflüssig?" Eine ehrliche Antwort verdient eine ehrliche Position. Wir geben sie hier — und tragen sie auch in jeder BR-Versammlung vor.

Was wir tun, was wir nicht tun:

  • Wir nehmen keine Mandate an, deren Erfolgskriterium „Personal-Reduktion" lautet. Punkt.
  • Wenn ein GF im Erstgespräch sagt „wir wollen 20% Stellen abbauen mit KI", lehnen wir ab. Auch wenn der Auftragswert hoch ist.
  • Wir arbeiten mit Mittelständlern, die Fachkräfte-Engpass haben und ihre Belegschaft entlasten wollen — nicht ersetzen.
  • Wir liefern Material für Schulungen, die Mitarbeitende qualifizieren, nicht degradieren.
  • Wir empfehlen Werkzeuge, die Wissens-Sicherung ermöglichen (RAG, Service-KB), damit ausscheidende Wissensträger gut übergeben — nicht damit Junioren weniger lernen müssen.
  • Wir empfehlen Adoption-Geschwindigkeiten, die kulturell tragbar sind. „Alle gleichzeitig" ist keine Methodik, sondern ein Rezept für Vertrauensverlust.

Wenn diese Position für deinen Anwendungsfall nicht passt — wir sind nicht der richtige Anbieter. Das ist ehrlich gemeint, kein rhetorischer Trick.

// Betriebsvereinbarung

BV-Template als Startpunkt.

Damit der Betriebsrat nicht bei Null anfangen muss. Eine Muster-Betriebsvereinbarung zur KI-Einführung mit den oben dokumentierten Klauseln — anonymisierte Aggregate, klare Zweckbindung, Sign-Off-Verantwortlichkeit, Beschwerde-Verfahren.

BV-Template lesen (v0.1, Draft)

Hinweis: Diese BV-Vorlage v0.1 ist ein erster Aufschlag, kein juristisch finales Dokument. Vor Inkrafttreten bitte mit eurer Sozietät / der zuständigen Gewerkschaft prüfen lassen. **Roadmap zu v1.0 (juristisch final):** geplant Q3 2026 nach erstem produktiven Mandat mit Betriebsrat. Wir lassen die Vorlage dann durch eine arbeitsrechtlich spezialisierte Sozietät und die IG-Metall-Rechtsabteilung gegenprüfen — Updates auf dieser Seite werden mit Datum gekennzeichnet.

// Mitbestimmung im Vorgehen

Wie BR-Einbindung bei uns konkret abläuft.

Drei Phasen, in jeder ist der Betriebsrat dabei. Wenn ein Anbieter dir das nicht zeigen kann, bekommt ihr eine schlechte Einführung.

01

Vor dem Vertragsabschluss

Erstgespräch zwischen GF und uns — danach Vorstellung der Methode beim Betriebsrat, BEVOR irgendetwas unterschrieben wird. BR-Vorbehalt im Erstvertrag.

02

Während des Aufbaus (erste 4-6 Wochen)

Erste Tools werden gemeinsam mit dem BR ausgewählt. Bei Hochrisiko-Anwendungen (EU-AI-Act Annex III) bekommt der BR die Klassifikation vor Produktiv-Schaltung. Schulungen für die Belegschaft freiwillig, nicht sanktioniert.

03

Im laufenden Betrieb

Quartals-Reviews mit anonymisierten Team-Aggregaten — der BR bekommt dieselben Reports wie die GF. Bei neuen KI-Anwendungen erneute BR-Konsultation. Bei Konflikten: gemeinsamer Termin mit BR + Gewerkschafts-Sekretär:in, wenn gewünscht.

// Datenschutz Beschäftigtendaten

Wenn Beschäftigtendaten im Spiel sind — EU-Hosting nicht verhandelbar.

Bei Anwendungen, in denen Mitarbeiter-Daten verarbeitet werden, gilt die strengere Hosting-Klasse — keine US-Cloud-Defaults, keine Schatten-IT-Bahnen.

Was das konkret heißt:

  • Bei Beschäftigtendaten kein US-Cloud-Default. Hetzner (Deutschland), IONOS (EU) oder On-Prem als Standard.
  • Pseudonymisierung vor API-Aufruf wo technisch möglich — Namen + identifizierende Daten werden entfernt, bevor irgendein Modell sie sieht.
  • AVV mit dem Mandanten regelt explizit die Beschäftigtendaten-Kategorien (Anhang A).
  • Beschwerde-Verfahren über die Datenschutzbeauftragte des Mandanten ist im Standard-Vertrag vorgesehen.
  • Bei DSB-Bedenken: gemeinsamer Termin, bevor das Tool produktiv geht.
// Für Gewerkschaften

Wir möchten mit euch reden.

KI im Mittelstand wird die nächsten Jahre prägen, wie Arbeit aussieht. Wir glauben: das geht besser, wenn Anbieter und Gewerkschaften früh miteinander reden — statt im Streitfall. Wenn ihr mit uns über KI-Standards im Mittelstand sprechen wollt, meldet euch.

Dialog-Termin anfragen
// Häufige Fragen

Was Betriebsräte uns oft fragen.

Reicht euer Sign-Off-Block als Mitbestimmungs-Ersatz?

Nein. Der Sign-Off dokumentiert unsere Qualitätskontrolle — er ersetzt keine Betriebsvereinbarung nach § 87 BetrVG. Beide Mechanismen ergänzen sich: der Sign-Off zeigt, wer auf unserer Seite verantwortet, die BV regelt die Beteiligung auf eurer Seite.

Wird durch den namentlichen Reviewer im Sign-Off die Performance unserer Leute getrackt?

Nein. Der Sign-Off-Reviewer ist eine Person aus UNSEREM Team, nicht aus eurer Belegschaft. Eure Mitarbeitenden tauchen im Sign-Off nicht namentlich auf.

Was passiert, wenn der GF KI für Stellenabbau einsetzen will?

Wir nehmen das Mandat nicht an. Das ist nicht verhandelbar. Falls ihr einen solchen Anbieter-Pitch erlebt, der das versteckt: schickt uns eine kurze Mail, wir teilen unsere Bewertungs-Kriterien gerne.

Bietet ihr Schulungen für den Betriebsrat?

Ja. Erste BR-Einführung (45-90 Min) zu Funktionsweise, Datenschutz-Aspekten, EU-AI-Act ist Bestandteil jedes Mandats — kostenfrei, vor Ort oder remote. Folge-Schulungen je nach Bedarf.

Was, wenn unsere Datenschutzbeauftragte zustimmt, aber wir trotzdem Bedenken haben?

Dann reden wir. Die DSB-Freigabe ist eine Voraussetzung, kein Schlusspunkt. Wenn Mitbestimmungs-Bedenken bestehen, klären wir die getrennt — mit der GF, dem BR und ggf. der zuständigen Gewerkschaft.

Können wir den Sign-Off-Block oder Quartals-Reports öffentlich einsehen?

Pro Mandat: ja. Im Mandanten-Portal kann der BR Zugang zu den anonymisierten Team-Aggregaten und der Risk-Class-Statistik pro Output bekommen. Konkrete Mandanten-Inhalte unterliegen Verschwiegenheit.

// Reden wir

BR-Konsultation oder Erstgespräch.

Wir kommen zu eurem nächsten BR-Termin und stellen uns vor — kostenlos, ohne Verkaufsdruck. Oder wir reden zuerst mit der GF und planen die BR-Einbindung gemeinsam.