Taktung

Interne Projekte bekommen weniger Priorität als alles, was eine Rechnung schreibt. Das ist kein Versagen Ihrer Leute – es ist die Physik des Tagesgeschäfts. Man kann sie nicht abschaffen, aber man kann gegen sie takten.

Geschäftsführung ↔ Wertschöpfung

Weshalb es zum Stillstand kommt

Das KI-Vorhaben ist allen wichtig und niemandem dringend. Zwischen zwei Statusterminen liegen sechs Wochen, und in jeder davon hat ein Kundenauftrag gewonnen. Die Bearbeitungsgeschwindigkeit sinkt schleichend – und genau sie zeigt früher als jede Präsentation, ob ein Vorhaben kippt.

Wann wurde an diesem Vorhaben zuletzt gearbeitet – und was ging stattdessen vor?

Die Antwort auf die zweite Hälfte der Frage ist fast immer legitim. Deshalb hilft kein Appell – sondern ein Rhythmus, der Fortschritt sichtbar macht, bevor er verschwindet.

Was auf dieser Achse entsteht

Alle zwei Wochen wird gemessen und nachgesteuert – nicht gehofft. Der Messrhythmus ist kurz genug, um Abdriften früh zu sehen, und dokumentiert genug, um Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Was gemessen wird, steht im Werk; wer nachsteuert, steht in der Verantwortung – die drei Achsen greifen ineinander.

Zwölf Wochen, zweimal

Woche 0 6 12 TAGESGESCHÄFT läuft in beiden Fällen gleich OHNE TAKT 6 Wochen ohne Kontakt Woche 12: steht noch, weiß aber niemand Bearbeitungsgeschwindigkeit sinkt, unbemerkt MIT TAKT nachgesteuert Vorhaben beendet
Dieselben zwölf Wochen, zweimal. Oben das Tagesgeschäft – es läuft in beiden Fällen unverändert weiter; der Takt schafft es nicht ab. In der Mitte drei Termine mit sechs Wochen Lücke, und eine Bearbeitungsgeschwindigkeit, die dazwischen sinkt, ohne dass es jemand bemerkt. Unten sieben Messpunkte im Zweiwochenabstand – dieselbe Arbeitslast, aber der Fortschritt bleibt sichtbar.

Was in den vierzehn Tagen passiert

Ein Messpunkt ist kein Statustermin. Er dauert eine halbe Stunde und beantwortet immer dieselben vier Fragen – in dieser Reihenfolge, weil die spätere ohne die frühere nichts wert ist.

  1. 01

    Was ist seit dem letzten Mal passiert?

    Nicht „woran wurde gearbeitet", sondern was sich an der Zahl aus dem Werk geändert hat. Wenn sich nichts geändert hat, ist das die Antwort.

  2. 02

    Was ging stattdessen vor?

    Fast immer etwas Legitimes. Das wird notiert, nicht bewertet – aber wenn dieselbe Ursache dreimal auftaucht, ist sie keine Ausnahme mehr, sondern eine Rahmenbedingung, die ins Vorhaben gehört.

  3. 03

    Was ist die nächste kleinste Bewegung?

    Eine, die in vierzehn Tage passt und die eine benannte Person übernimmt. Keine Meilensteine, keine Arbeitspakete – ein Schritt.

  4. 04

    Steht das Vorhaben noch?

    Die unbequemste Frage, und der eigentliche Zweck des Rhythmus. Ein Vorhaben zu beerdigen kostet einmal Überwindung; eines am Leben zu lassen, das keiner mehr vorantreibt, kostet jeden Monat.

So sieht ein Messpunkt aus, wenn er vorbei ist

Eine Seite, immer gleich aufgebaut. Sie liegt im Mandantenportal und ist das, was Sie vorlegen, wenn jemand fragt, woran zuletzt gearbeitet wurde.

Messpunkt · Vorhaben

Muster ohne echten Vorgang

Zeitraum
die vergangenen 14 Tage
Gemessen
die Zahl aus dem Werk, unverändert seit dem letzten Punkt
Was vorging
zwei Kundenaufträge, benannt
Nächster Schritt
eine Bewegung, eine Person, vierzehn Tage
Vorhaben steht
ja – mit Begründung
Nächster Punkt
in 14 Tagen

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